Baker-Zyste

Definition:

Bei einer Baker-Zyste handelt es sich um eine Ausstülpung der dorsalen Gelenkkapsel am Kniegelenk. Synonyme sind hierfür Popliteazyste, Kniegelenkhygrom, Arhtrozele, Synovialzyste und Synovialhernie.

Ätiologie:

Unterschieden wird zwischen einer primären (angeborenen) und einer sekundären (traumatisch oder degenerativ oder rheumatisch bedingten) Zyste.

Die Ursachen für eine angeborene, primäre Zyste sind nicht geklärt.

Sekundäre Zysten entstehen unter anderem durch Kniebinnentraumata, beispielsweise einer Läsion des medialen Meniskus.

Außerdem können chronisch-degenerative Erkrankungen, wie beispielsweise Gonarthrose oder Chondropathie, eine Baker-Zyste hervorrufen.

Systematische Erkrankungen, wie beispielsweise rheumatoide Arthritis führen zu einer Stimulation der Produktion der Synovialflüssigkeit, wodurch eine Zyste entstehen kann.

Einteilung:

–Distensionszyste: Zyste mit Verbindung zum Kniebinnenraum

–Dissektionszyste: Ruptur einer Zyste und Austritt von Sysnovialflüssigkeit in der Kniekehle

Symptomatik:

Symptome sind eine dorsale Schwellung, Fluktuation und rezidivierende posteriore Schmerzen im Kniegelenk, insbesondere bei Streckung.

Gegebenenfalls kann ein Kniegelenkerguss als Begleiterscheinung auftreten.

Diagnostik:

Anamnese/Klinische Untersucung:

Bei der Anamnese wird nach bestehenden Knietraumata gefragt. Bei der klinischen Untersuchung wird das Kniegelenk auf Schwellungen überprüft und es werden Ergusstests durchgeführt.

Bildgebende Verfahren:

Eine Sonographie kann eine Zyste darstellen. Es wird eine Duplexsonographie zum Ausschluss eines Gefäßprozesseses vollzogen.

Im Röntgen auf zwei Ebenen können knöcherne Verletzungen ausgeschlossen werden.

Eine Arthroskopie wird bei allen sekundären Zysten zur Diagnostik der Grunderkrankung durchgeführt.

Differentialdiagnose:

-         Zyste der Bursa des Musculus semimembranosus oder Musculus biceps femoris

-          Ruptur des Musculus gastrocnemius

-          Phlebothrombose, arterielles Aneurysma, Hämangiom

-          Lipome, Liposarkom

Therapie:

Operative Behandlung:

Indikationen für eine Operation sind Beschwerden, die sich nicht spontan zurückbilden. Es wird eine Querinzision dorsal in der Kniekehle, eine Präparation und Resektion der Zyste durchgeführt. Anschließend wird der Zystenstumpf am Kniegelenk verschlossen. In der gleichen Sitzung wird eine Arthroskopie durchgeführt und gegebenenfalls eine Therapie der Grunderkrankung durch Teilresektion des Meniskus und/oder Knorpelshaving angewandt.

OP-Komplikationen:

-          Erguss

-          Hämatom

-          Rezidiv

-          Hypästhesie am Unterschenkel

Prognose:

Nach einer operativer Exstirpation von einer primären (angeborenen) Zyste ist die Prognose sehr gut. Bei sekundären Zysten sind Rezidive möglich. Dies insbesondere, wenn die Grunderkrankung am Kniegelenk nicht mitbehandelt wurde.

Verfasser:

Lea Klarmann

lea.klarmann@gmail.com

Community content is available under CC-BY-SA unless otherwise noted.